Es war anfangs kaum vorstellbar, was sich die Führung der Nailaer Feuerwehr ausgedacht hatte, um das in die Tage gekommene Einsatzleitfahrzeug zu ersetzen. Das im Jahr 2002 in Dienst gestellte Fahrzeug war eine Spende einer ortsansässigen Firma gewesen, welches mit Eigenmitteln des Vereins zu einem Feuerwehrauto umgebaut worden war. Viele Arbeitsstunden und einige tausend Euro waren damals in den Umbau geflossen.
Als Nachfolger des in die Jahre gekommenen Fiat hatte man sich dieses Mal ein Neufahrzeug in den Kopf gesetzt, der Reparaturkosten wegen, aber auch um das Fahrzeug für einige Jahre mehr im Einsatz halten zu können. Da die Veranstaltungen des Vereins in den letzten Jahren gut besucht wurden, meinte man die Belastung schultern zu können, gute Einnahmen bei den künftigen Festlichkeiten vorausgesetzt, und ein paar wohlgesinnte Sponsoren im Hintergrund.
Und so ging man „fechten“, bei den Gewerbetreibenden in der Stadt und der Umgebung, für ein Fahrzeug, welches zwar im Bestandsplan der Stadt nicht vorgesehen war, jedoch für eine moderne Feuerwehr einer Stadt unverzichtbar ist, um den Kommandanten oder Einsatzleiter schnell an die Einsatzstelle zu bringen und zu entscheiden, ob das alarmierte Personal ausreicht oder ob weitere Feuerwehren nachalarmiert werden müssen.
Die Führungskräfte der Feuerwehr informierten die potenziellen Sponsoren mit einem Faltblatt und Auskünften über ihre Tätigkeit, über die Notwendigkeit der Ersatzbeschaffung und die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Gemeinde. Und Geschäftsleute und Förderer der Feuerwehr stellten sich der Herausforderung und spendeten mehr, als sich die Feuerwehr erträumen konnte: Am Ende standen über vierzig Unternehmen und Einzelspender auf der Spendenliste und mehr als zehntausend Euro an Spenden konnten verbucht werden.
Der Stadtrat der Stadt Naila hatte bereits sein Einverständnis zur Übernahme der Unterhaltskosten erteilt und so konnte der Vorsitzende einen Skoda Fabia als Kommandowagen bestellen und nach Unterzeichnung eines Nutzungsvertrages mit der Stadtverwaltung alle Umbaumaßnahmen in Auftrag geben.
Im Beisein einer stattlichen Anzahl der Sponsoren und nahezu der kompletten Wehr konnte Vorsitzender Gerhard Wagenlechner das Fahrzeug an Ersten Bürgermeister Frank Stumpf übergeben, nachdem er eine kurzen Abriss über die „Geburtswehen“ des neuen Feuerwehrautos gegeben hatte. Im Anschluss erkärte Kommandant und Kreisbrandmeister Hans Münzer die technischen Daten des mit einem Turbo-Diesel-Motor ausgerüsteten Feuerwehrfahrzeugs. Beide dankten allen Sponsoren, ohne die die Anschaffung nicht möglich gewesen wäre.
Das Fahrzeug sei zu 86% aus Sponsorengeldern finanziert worden, eine Kreditaufnahme des Vereins sei daher nicht notwendig geworden. Dies sei eine Solidaritätsbekundung der Nailaer Wirtschaft und der privaten Förderern, welche auch eine Anerkennung für die Leistung der Feuerwehrleute darstelle.
Im Anschluss an die Erläuterungen wurde erstmals ein Fahrzeug vom Feuerwehrverein, vertreten durch Vorsitzenden Gerhard Wagenlechner, an die Stadt, in Person von Bürgermeister Frank Stumpf übergeben. Dieser gab die Schlüssel sofort, mit den Wünschen für eine immer unfallfreie Fahrt an Kommandanten Hans Münzer weiter, nicht ohne sich bei allen zu bedanken, die die Beschaffung durch Spenden ermöglicht haben.
Dekan Günter Förster erbat den Segen für das Fahrzeug und die Feuerwehrleute und sprach über das höchste Gebot der Christen, die Liebe zum Nächsten.
Kreisbrandinspektor Willi Zemsch freute sich riesig über die durch privates Engagement erreichte Neubeschaffung und wünschte der Wehr und dem Fahrzeug für die Zukunft alles Gute. Nach dem offiziellen Teil konnten alle das Fahrzeug ausgiebig in Augenschein nehmen.
Bereits wenige Stunden später musste das Fahrzeug zum ersten Mal zum Einsatz ausrücken.
Erstellt am 28.7.2006