Mit großen Windgeschwindigkeiten tobte Orkan Kyrill auch im Landkreis Hof und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Seit den Mittagsstunden des Donnerstag waren die Feuerwehren mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften im Einsatz, dennoch waren auch am Freitag noch zahlreiche Straßen gesperrt.
Allein im westlichen Landkreis Hof, dem Zuständigkeitsbereich der Einsatzzentrale bei der Feuerwehr Naila, wurden bis Freitag 16.00 Uhr 170 Einsätze von Feuerwehren und Technischem Hilfswerk koordiniert (als Vergleich: im gesamten Jahr 2006 wurden hier 236 Einsätze abgewickelt). Die Feuerwehr Naila selbst musste in der Sturmnacht 27 Mal ausrücken.
Der Orkan warf zahlreiche Bäume auf die Straßen und oft ließen die starken Winde ein Beseitigen der Gefahrenstellen nicht zu, so dass die Verkehrswege gesperrt werden mussten.
In Bernstein am Wald entschloss man sich, die Straßen zum Ort bis zum Tagesanbruch zu sperren. Kurz nach 3 Uhr musste jedoch ein Rettungswagen des Roten Kreuzes wegen eines medizinischen Notfalls nach Bernstein. Zusammen mit anderen Wehren wurde die Feuerwehr Naila nach Bernstein geschickt und die Straße notdürftig passierbar gemacht.
Die ganze Nacht gesperrt blieb auch die Bundesstraße B173 bei Schübelhammer. Da dort mehrere Fahrzeuge, darunter ein Bus, durch die Bäume blockiert waren, musste das Rote Kreuz die Eingeschlossenen mit Getränken versorgen.
Im Raum Selbitz und Schwarzenbach am Wald, sowie in Issigau wurden mehrere Wohnhäuser durch umstürzende Bäume stark beschädigt. Hier kam mehrmals die Drehleiter aus Naila zum Einsatz. Abgerissene Stromleitungen sorgten für zusätzliche Gefahren für die Einsatzkräfte. Durch die entstehenden Funken wurden in Poppengrün und Geroldsgrün sogar Brände ausgelöst, die von den Feuerwehrleuten gelöscht werden mussten. Zahlreiche Ortschaften waren über Stunden ohne Strom, die Techniker der Elektroversorgungseinrichtungen waren ebenfalls pausenlos im Einsatz.
Das ausgeprägte Wetterleuchten ließ einige Menschen glauben, einen Feuerschein zu erkennen und so musste die Feuerwehr Naila in der Frankenwaldstraße und am Finkenflug auf die Suche gehen, ohne jedoch einen Brand zu finden.
Zum Glück kam es bei allen Sturmeinsätzen nicht zu Personenschäden. Durch die reibungslose Zusammenarbeit von Hilfsdiensten, Polizei, Straßenmeisterei, den Kreis- und Gemeindebauhöfen und den Elektroversorgungsunternehmen konnte die Großschadenslage trotz der enormen Anzahl an Einsätzen sehr geordnet bewältigt werden. Ein Chaos blieb aus.
Erstellt am 20.1.2007