Absolut schwindelfrei mussten die Feuerwehrmänner sein, die sich in den vergangenen Wochen einer Ausbildung für Absturzsicherung unterzogen. Bereits seit einigen Jahren dürfen die Rettungskräfte in absturzgefährdeten Bereichen nicht mehr mit den bis dahin genutzen Rettungsleinen gesichert werden, da diese den bei einem etwaigen Absturz auftretenden Kräften nicht standhalten. Die für diesen Einsatzbereich, beispielsweise beim Arbeiten an Dachkanten oder der Personenrettung von Baukränen, vorgesehenen Geräte sind vielmehr die gleichen, die auch bei Bergsteigern im Einsatz sind. Seit einiger Zeit verfügt auch die Feuerwehr Naila über einen solchen Gerätesatz für Absturzsicherung der im Wesentlichen aus speziellen Bandschlingen, Karabinern und Kernmantelseilen besteht. Mit der nunmehr abgeschlossenen Ausbildung sind diese Geräte nun einsatzfähig.
Die Lehrgangsteilnehmer mussten an einigen Abenden zunächst Grundlagen der Absturzsicherung lernen, die neben Theorie auch das Legen und Stechen der notwendigen Spezialknoten und Kenntnis der unterschiedlichen Seiltypen beinhaltete. Am vergangenen Samstag stand nun die Praxis auf dem Programm. Dazu hatte sich die Feuerwehr den Höhenretter Klaus Kilian als Ausbilder nach Naila geholt. Nach einem weiteren Theorieblock ging es an die Baustelle der Realschule, wo die Retter an einem Turmdrehkran den senkrechten und waagerechten Vorstieg üben konnten. Ein besonderer Nervenkitzel war dabei der Vorstieg auf dem Kranausleger hoch über der Baustelle, wo sich die Feuerwehrleute freihändig in ihre Sicherungsseile hängen lassen konnten. Anschließend wurden sie vom Höhenretter zum sicheren Boden abgeseilt. Am späteren Nachmittag wurde dann das Auf- und Abseilen verletzter Personen mit der Schleifkorbtrage an der Drehleiter geübt. Bis zum späten Abend wurde unter Flutlicht die Gelegenheit genutzt, mit dem Profi aus Nürnberg zu Üben.
Erstellt am 1.11.2009