Das neue Fahrzeug stand blumengeschmückt in der festlich dekorierten Fahrzeughalle - ein stilvoller Rahmen für die Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeuges TLF 20/40SL an die Feuerwehr Naila. Und weil das auch bei einer größeren Feuerwehr kein alltägliches Ereignis ist, konnte Vorsitzender Gerhard Wagenlechner zahlreiche Festgäste begrüßen. Neben den Führungsdienstgraden des Landkreises und zahlreichen Mitgliedern des Stadtrates waren auch Abordnungen vieler Nachbarwehren gekommen, dem Festakt beizuwohnen und das neue Fahrzeug in Augenschein zu nehmen. Vertreter der Herstellerfirmen waren ebenso vertreten wie Mitarbeiter der Stadtverwaltung und befreundeter Hilfsorganisationen.
Der Vorsitzende ließ zunächst die "Arbeitsjahre" des Vorgängers, des TLF 24/50 aus dem Jahr 1980, Revue passieren und ging auf einige spektakuläre Einsätze dieses Großtanklöschfahrzeuges bei Bränden von Bauernhöfen, Sägewerken und Tanklastzügen ein. "Wir konnten uns auf unser Florian Naila 23/1 immer verlassen", resümmierte der Vereinsvorstand. Auf die lange Planungszeit eingehend lobte er die Stadt Naila, die trotz des erheblichen Kostenanstiegs in den letzten Jahren diese Beschaffung möglich machte.
Kommandant Hans Münzer erläuterte im Anschluss die Ausstattung des neuen Tanklöschfahrzeuges ( Details dazu hier). Das TLF 20/40 SL entspreche der Norm für diesen Fahrzeugtyp und sei mit allem ausgestattet, was für die örtlichen Verhältnisse notwendig sei. Er dankt allen, die an der Beschaffung tatkräftig mitgewirkt haben.
Erster Bürgermeister Frank Stumpf bemerkte angesichts des Blumenschmucks am Kühlergrill: "Es sieht zwar aus wie ein Geschenk, aber im Gegensatz zu einem Geschenk, welches nutzlos und kostbar sein sollte, ist dieses Feuerwehrfahrzeug kostbar und nützlich!". Er unterstrich die zentrale Rolle der Feuerwehr Naila für die Sicherheit der Stadt. Es sei daher Pflicht und Verpflichtung, das Handwerkszeug für die Organisation bereitzustellen.
"Nicht: 'Tu was!', sondern 'Wir tun was!'",sei das Motto der Feuerwehr, so das Stadtoberhaupt, und dafür müsse jeder der Feuerwehrleute Zuverlässigkeit, Disziplin, Mut und freie Zeit mitbringen. Er ging auf die schwierige Finanzierung des Beschaffungsprojektes ein und den Preisanstieg seit der Beschaffung des alten TLF 24/50. Mit den besten Wünschen für eine unfallfreie Fahrt übergab er den Fahrzeugschlüssel an den Kommandanten. Dieser gab ihn mit einem Dank für die in den Tagen zuvor geleistete Arbeit an den verantwortlichen Maschinisten Marco Wagenlechner weiter.
Auf die eindrucksvolle Entwicklung der Feuerwehrausrüstung ging stellvertretender Landrat Hansjürgen Lommer in seinem Grußwort ein. "Der Wert, den die Ausrüstung einer Feuerwehr hat, steht in direktem Verhältnis zu den Werten, die sie zu schützen hat!", meinte Lommer. Er bestärkte die Führung der Wehr, auch weiterhin die Jugend an den Dienst in der Feuerwehr heranzuführen.
Die beiden Geistlichen, Pfarrer Weiß und Kaplan Leicht stellten anschließend das Fahrzeug unter den Schutz Gottes. Sie gingen dabei auf den Zusammenhang mit einem Bibelwort aus dem Markus-Evangelium und dem Dienst in der Feuerwehr ein. Auch sei der Feuerwehrdienst ein sinnvoller Dienst zum Wohl des Nächsten, und, wie auch der Wahlspruch der Feuerwehr aussagt, zur Ehre Gottes.
Die überörtliche Bedeutung des Großtanklöschfahrzeuges betonte Kreisbrandrat Helmut Wilfert. Er lobte die vorausschauende Planung der Stadt Naila, die solche Ersatzbeschaffungen immer möglich mache. Im übrigen sei das Feuerwehrauto keine Anschaffung für die Wehr, sondern für die Sicherheit der Bevölkerung. Der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes, Uwe Peetz, ging in seinem Grußwort auf den ständig wachsenden Anspruch an die Feuerwehren ein. Allein der demografische Wandel erfordere jedoch ein Umdenken, denn die bisherigen Strukturen würden in spätestens 10 Jahren nicht mehr funktionieren.
Im Anschluss überbrachten zahlreiche Nachbarwehren und befreundete Hilfsorganisationen ihre Glückwünsche und wünschten den Nailaer Kameraden stets unfallfreie Fahrt mit dem neuen Feuerwehrfahrzeug.
Eine Überraschung hatte Uwe Peetz noch für Vorsitzenden Gerhard Wagenlechner im Gepäck: Für seinen herausragenden Einsatz für die Feuerwehr erhielt er aus den Händen von KBR Wilfert das Ehrenkreuz des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes. Gerührt bedankte sich Wagenlechner und versprach, sich auch weiterhin für seine Feuerwehr einzusetzen. Kreisbrandinspektor Willi Zemsch erhielt aus den Händen von Hans Münzer den Ärmelstreifen für 40 Jahre aktiven Dienst, stellvertretender Vorsitzender Jürgen Strunz den für 10 Jahre Dienstzeit.
Erstellt am 24.April 2010
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